Der Wolf
wolf

 

Ein Wolf im Schafspelz,

eine  reißende Bestie,

raubt den kahlen Bäumen unseres Seins

die letzten Knospen,

ein Ozean der Melancholie,

tief in uns verwurzelt,

wo die Verwundbarkeit ihre Heimat hat,

tief in unserer Vergangenheit.

Gib mir Deine Hand,

halte mich,

und warte mit mir

bis er endlich eingeschlafen ist!

Aus der Einsamkeit geboren,

von Verzweiflung genährt,

in Unverständnis gebettet,

zerfrisst er den Geist

und vergiftet die Seele,

ficht einen Kampf,

der keine Sieger kennt,

stirbt er doch mit uns.

Gib mir Deine Hand,

halte mich,

und warte mit mir

bis er endlich eingeschlafen ist!

Doch die Nacht währt nur kurz,

und die Geister die wir niemals riefen,

erwachen einmal mehr,

und so sind wir auf der Suche,

so sind auf der Flucht,

doch wie soll man je über seinen Schatten springen,

wo der Schatten doch mit uns springt?

Wo der Schatten doch in uns ist?

Gib mir deine Hand,

halte mich,

und warte mit mir

bis er endlich eingeschlafen ist!

Und der Wolf im Pelz unserer selbst

Verzehrt sich danach das zu schüren,

vor dem wir die meiste Angst haben:

uns selbst!

 

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